Die Streuobstwiese - Teil 2

Eine traditionelle Nutzungsform oder Landespflegefläche Obervermessungsrat Gerd Kohlhaas und Bauamtsrat Martin Tenbuß

Die Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit grundsätzlich bewährt, wenn der Landabzug den üblichen Rahmen nicht übersteigt und so vom Teilnehmervorstand mit getragen wird und wenn der zukünftige Unterhaltungsaufwand für die Gemeinde finanziell und fachlich vertretbar bleibt.

 

Im vorliegenden Bodenordnungsverfahren ist es jedoch unmöglich, die erforderlichen Flächen über den Landabzug ins öffentliche Eigentum zu überführen, außerdem wäre die Gemeinde finanziell und fachlich bei der zukünftigen Unterhaltung überfordert.

 

So entschieden wir uns, für Eingriffe in Streuobstwiesenbestände überwiegend Maßnahmen zum Erhalt und zur Sicherung der Streuobstbestände auf Privatflächen vorzusehen (Ausgleich nach Landespflegegesetz):

 

  • Durchführung des Sanierungsschnittes an alten sanierungswürdigen Obstbäumen


  • Ergänzungspflanzung von jungen Obstbäumen in ortsüblichen Sorten


  • Durchführung des Erziehungsschnittes an den Jungbäumen


Dieses Maßnahmenbündel beschränkt sich auf ausgewählte Streuobstbestände von ca. 55 ha, den sogenannten Vorrangflächen für Streuobst. Die Auswahl der Vorrangflächen erfolgte nach streuobstfachlichen und landespflegerischen Gesichtspunkten.

 

Mit den Schnittmaßnahmen und den vorgesehenen Ergänzungspflanzungen ist ein erster Schritt zur Erhaltung dieser Biotopflächen getan, die Lebensdauer alter, kronenlastiger Obstbäume wird durch fachgerechte Sanierung erheblich verlängert und der Obstbestand erfährt durch die Ergänzungspflanzung eine deutliche Bestandsverjüngung. Diesem ersten Schritt muß jedoch ein zweiter Schritt folgen: Die Bewirtschaftung der Obstbäume und der Grünlandflächen sollte nach Möglichkeit auch gewährleistet werden.

 

Für die Bewirtschaftung der Weiden konnten schnell Landwirte gefunden werden, die bereit waren, die Altbestände mit ihren Kühen zu beweiden. In den Beständen mit überwiegend Jungbäumen wurde vereinbart, die Pflanzabstände so groß zu wählen, dass die Mahd der Flächen zumindest für die ersten Jahre unproblematisch ist. In Verbindung mit dem Landtausch- und Pachtförderprogramm konnte den Landwirten auch eine großflächige Bewirtschaftung in Aussicht gestellt werden.